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Hier findet ihr die aktuellen und älteren Blogeinträge. Artikel, Interviews, Videos - sobald hier oder auf YouTube was Neues passiert, erfahrt ihr es im nachfolgenden Blog. Die ersten Einträge von 2015 sind nach der Umstellung des Hosts leider verloren gegangen; aber Ende 2017 sind aber alle Beiträge auf dieser Seite aktuell.

Viel Spaß auf den creepy creatures Seiten!


aktuelle Blogartikel

Buch und Buchhandel in Zahlen - Bericht des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Jedes Jahr bringt der Börsenverein des deutschen Buchhandels einen Bericht über die wirtschaftliche Entwicklung des deutschen Buchmarkts heraus. Nicht nur für Buchhändler interessant beleuchtet er die verschiedenen Trends und Entwicklungen der wichtigsten Buch-relevanten Themen. Zahlen, Ziffern, Prozente, Trends - alles in n eutralem Ton und ebenso informativ wie aufschlussreich.


So erfährt mann u.a. welches das teuerste lieferbare Buch 2018 war (»Murals of Tibet« von Thomas Laird aus dem Taschen Verlag für 10.000€ - signiert vom Dalai Lama und so überformatig, dass es mit einer beistelltischgroßen Buchstütze geliefert wird), welches der erfolgreichste Export (»Das geheime Leben der Bäume« von Peter Wohlleben, Ludwig Buchverlag) oder in welches Land die meisten Lizenzen verkauft wurden (China: 1.560). Der Jahresbestseller 2018 war übrigens »Töchter einer neuen Zeit« von Carmen Korn. Der größte Verdiener war der Online Buchhandel (Amazon wird einen großen Anteil daran haben); immerhin knapp 20% verdiente alleine er.

Dieser Streifzug durch das turbulente Jahr 2018 und 2019 ist geprägt von guten und schlechten Meldungen. So arbeiten 2018 27.500 Menschen im Buchhandel, das sind 1,2% weniger als 2017.

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»Sieben Arten Dunkelheit« Christian v. Aster

(c) Thienemann 2019
»Sieben Arten Dunkelheit«

Die Nacht ist nicht einfach nur dunkel - und Dunkelheit ist nicht einfach nur schwarz. Sieben Arten Dunkelheit, so lehrt es der alte Meister seine Schüler gibt es. In jeder dieser Dunkelheiten leben andere Kreaturen, die sich von Dunkelheit ernähren. Von so harmlosen Wesen wie Schattenhamster in der ersten bis zu grauenhaften Monstren in der siebten Art kann alles in den Schatten warten. Von den meisten Menschen unbemerkt, scheint sich in der Dunkelheit etwas zu bewegen, was bisher nie da war. Auf einer Südseeinsel schickt der Schattenvater, einer der drei Meister der Dunkelheit seine jugendlichen Schüler aus um sie zu Schattenzähmern ausbilden zu lassen.

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Der 15jährige David hingegen weiß davon nichts. Er hat Angst in der Dunkelheit und versucht zu vermeiden wo es nur geht. Als die blinde Ayumi neu in seine Klasse kommt merkt er aber schnell, warum Angst im Dunkeln nicht immer unbegründet ist.

 Er lernt, dass man nicht nur mit den Augen sehen und den Ohren hören kann, sondern dass es in der Dunkelheit mehr als anderswo um das Fühlen geht.

Christian von Aster gelingt es einen schönen, zumeist zweisträngigen Jugendroman zu schreiben, der allerdings etwas braucht um in Fahrt zu kommen um dann zu abrupt wieder zu Ende zu sein. Das in einem

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Rückzugsort Schreibzimmer

Eigentlich ist es etwas völlig analoges, veraltetes, umständliches und rückschrittliches. Wer schreibt heute noch Briefe? Und dann noch mit Schreibmaschinen - auf diversen Papieren, die so teuer sind, dass man für zwei Blätter plus Umschlag soviel bezahlt wie woanders für 200 Seiten Kopierpapier. Ist das zeitgemäß? Die klare Antwort lautet: nein. Und das soll es auch nicht sein - im Gegenteil. Es soll eine der oft zitierten Oasen der Ruhe sein. Ein Ort, an dem man runterkommt und der für Menschen, die so ganz langsam in ein Alter kommen wo sie so etwas wie nostalgische Gefühle entwickeln ein Stück Vergangenheit bieten. Natürlich ist das alles verklärend, aber das kann es ruhig sein. Im englischen Sprachraum werden sie Writer’s Shells oder Writer’s shacks genannt, also „Schuppen“ oder „Hütte“. Es ist ein privater Ort, geschützt vor der Öffentlichkeit und sich empörenden Hütern der Geschichte, des Anstandes und sowieso von allem. Einen großen Teil der Atmosphäre macht der Ort als solches aus. Ohne PC, ohne Fernseher - frei von Elektro-Smog, der überall sonst sein darf - nur in der Schreib-hütte eben nicht.

Ebenso wichtig ist die Wahl der Schreibutensilien. als einziges Zugeständnis an die moderne Zeit gibt es elektrische Schreibmaschinen, die übrigens gar nicht so lange aus der Mode sind. In einigen Amtsstuben wird heute noch damit getippt - deswegen gibt es für die meisten Modelle auch noch Farb- und Korrekturbänder. Aber die analogen, mechanischen Schreibmaschinen sind natürlich das Herzstück. Eine Adler Junior 1, Triumph Adler norm, Continental und eine Brillant Special T sind es, die hier wochenweise gewechselt werden. Für mich ist es auch die Wahl des Papiers, die wichtig ist. Da gibt es Vergl-Papier von Crown Mill, Bütten von Roessler, letterlopes (oder enveletters), also ein Blatt, das zusammengefaltet gleichzeitig den Umschlag bildet und andere Papiere, die man manchmal lange im Internet suchen muss. Und für die Unterschrift sowie das Datum muss noch ein Stift her, der mit Tinte schreibt. Ein Kaweco Füller und ein Glasgriffel sowie einige Tintenfässer stehen also auch noch auf dem Tisch. Masking Tapes sind allerdings ein modernes Erzeugnis - doch eine puristische Wissenschaft will ich persönlich nicht daraus machen. Sobald es zum Zwang wird, nur Utensilien einer bestimmten Zeit auf dem Tisch liegen dürfen, wird es langsam manisch.

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»wie man einen Toaster überlistet« von Cory Doctorow

Alles beginnt mit dem Morgen, an dem Salima feststellte, dass ihr Toaster nicht mehr funktionierte. Für uns wäre das allerhöchstens ein Schulterzucken wert; einige würden ihn aus schlechtem ökologischen Gewissen noch versuchen zu reparieren oder zu einem Repair-Café gehen. Die meisten würden ihn wohl einfach wegwerfen und sich beim nächsten Baumarkt für 20,-€ einen neuen kaufen.
Aber das kann Salima nicht. Denn der Toaster gehört nicht ihr - er ist Teil der Wohnungseinrichtung ebenso wie Geschirrspüler und Waschmaschine. Sie lebt als ehemaliger Flüchtling in einem Bostoner Wohnkomplex auf der Seite, auf der die Armen leben. Das merkt sie jeden Tag mindestens zwei mal, denn wenn sie vom 38sten Stock ins Erdgeschoss möchte, muss sie auf den Fahrstuhl warten.

 

Auch das wäre für uns lediglich ein Schulterzucken wert, für Salima bedeutet es aber 45 Minuten warten. Denn auf der anderen Seite der Fahrstühle leben die besser Situierten. Und die haben Vorrang was den Fahrstuhl angeht: wenn einer derjenigen, die auf der Sonnenseite wohnen auf den Knopf für den Lift drücken, fährt dieser immer zuerst dorthin. Auch hält die Kabine dann nicht mehr für die Schattenseitler - deswegen dauert es so lange, bis Salima endlich in den Aufzug steigen kann. Aber daran hat sie sich längst gewöhnt. Das mit dem Toaster ist viel schlimmer, denn wenn der kaputt ist, kann sie nicht mehr toasten.

Selbst wenn es ein Software-Ding ist. Denn der Hersteller des Toasters ist pleite gegangen und selbst das zertifizierte Brot kann nun nicht mehr getoastet werden. Früher konnte Salima wenigstens noch das Brot toasten, dass der Hersteller erlaubte (und das war natürlich das aus den eigenen Fabriken). Der Geschirrspüler erlaubt ebenfalls nur zertifiziertes Geschirr, die Waschmaschine nur Waschmittel, dass auf der erlaubten Liste steht, die Mikrowelle nur die Fertiggerichte, die der Hersteller vorschreibt. Salima findet schließlich im Internet Anleitungen zum hacken des Toasters. Plötzlich funktioniert er nicht nur, sie kann sogar das Brot darin toasten, das sie woanders gekauft hat! Sie beginnt - nachdem sie den Mikrowellenherd auch gehackt hat - selbst Brot zu backen und merkt, dass es nicht nur viel besser schmeckt sondern noch dazu günstiger ist. So lautet der Originaltitel des Buches auch »unauthorized bread«


Schnell spricht sich das herum und bald sind fast alle Schattenseitler in der Lage ihre Küchengeräte so zu benutzen, wie sie es wollen. Doch dann wird der pleite gegangene Hersteller des Toasters aufgekauft und nun hat Salima ein Problem…



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»unheimliche Geschichten« von Oliver Susami

Oliver Susami, der Selfpublisher aus dem Schwarzwald und Wahl-Kölner hat gemeinsam mit der Produktionsgesellschaft "Yellow King Productions" seine Kurzgeschichte "Vater tut dir nichts mehr" vertonen lassen. Es geht um Vallie, die ihren Vater verloren hat. Für die meisten Töchter wohl ein Grund zum trauern - für Vallie eher ein Moment des verbitterten Abschieds. "Er war ein Schwein", das ist ihre Meinung, die sie etwas zu laut äußert und dabei von ihrem Bruder sofort angezischt wird.

Oliver Susami beschreibt auf düstere und eindrückliche Art und Weise, wie sich Vallie an ihren Vater zurückerinnert, der seine Putzfrau nicht bezahlte aber den Nachbarsfrauen Geld dafür gibt, unter deren Röcke schauen zu dürfen. Vallie kommt nach Hause und erinnert sich an den tyrannischen Mann, der

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Die Machenschaften des Verlags "V"

 

 

Gewöhnlich bekommt der Leser nicht viel von dem mit, was hinter den Kulissen der Autoren- und Verlagswelt passiert. Man freut sich über angekündigte Neuerscheinungen, schöne Bücher und gute Geschichten. Wenn zwischen einem Verlage und seinen Autoren etwas nicht rund läuft, dann passiert das meist unter Ausschluss der Leseröffentlichkeit. Streitigkeiten werden selten gerichtlich ausgefochten und Verzögerungen, kreative Differenzen oder Abgabetermine sind Interna, die nur selten nach außen dringen. Doch im Fall eines kleinen Phantastik-Verlags - im weiteren „Verlag V“ genannt - und seines Verlegers, der hier nur „Verleger S.“ genannt werden wird scheint das anders zu sein. Die Autorinnen und Autoren sowie die anderen Kreativen, die in diesem Artikel zu Wort kommen, habe darum gebeten, anonym zu bleiben. Einige sind durch die Machenschaften des Verlags V so verunsichert, dass sie nicht namentlich genannt werden wollen. Andere haben bereits juristische Schritte eingeleitet. Die verlagseigene Sicht der Dinge kann in diesem Artikel nur unzureichend wiedergegeben werden, denn Verleger S. bittet darum (aus Gründen, die nicht öffentlich genannt werden sollen) diesen Artikel nicht zu schreiben. Doch den Betroffenen ist es wichtig, dass das öffentlich gemacht wird was bisher nur hinter den Kulissen in einem Sumpf aus Vermutungen, Unklarheiten und Erkenntnissen  brodelte und nun langsam an die Oberfläche kommt

 

 

 Vielen Laien ist vielleicht nicht bewusst, wie intim die Beziehung eines Schriftstellers zu seinem Verleger ist.  Es gibt Autoren, die folgen ihrem Verleger sogar wenn dieser einen Verlag verlässt, weil ein oftmals über Jahre aufgebautes Verhältnis entstanden ist, dass dem einer langjährigen Ehe ähnlich sein kann. Zwischen den Beteiligten besteht also ein großes Vertrauensverhältnis. Gemeinsam arbeitet man mitunter Jahre an einem Produkt, dass für beide Seiten oftmals eine Herzensangelegenheit ist. Immer wieder wird die Entstehung eines Buches mit der Geburt eines Babys verglichen. Sorgsam, penibel und mit aller Energie, die beide Seiten aufbringen können wird versucht dem Werk den bestmöglichen Start ins papierene Leben zu bereiten. Ist dieses Verhältnis zwischen Verleger und Schriftsteller geschädigt, kann das schwerwiegende Folgen nicht nur für das Buch sondern auch die daran beteiligten Menschen haben. Welches Ausmaß das haben kann zeigt sich im Fall des Verlag V.

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