Interview mit Joachim Körber

Joachim Körber ist als Übersetzer von Stephen King bekannt geworden; auch andere Größen der Horrorliteratur hat er übersetzt. Mit der "Edition Phantasia" führt er fast gänzlich alleine einen Verlag, der sich auf hochwertige Phantastik spezialisiert hat. Joachim Körber übersetzt die Bücher, die dort erscheinen immer noch selbst und bringt immer wieder Vorzugs- und Sammlerausgaben in limitierten Stückzahlen heraus.
So auch 2009 John Bellairs "Das Gesicht im Eis". Wie es dazu gekommen ist, dass dieses Buch in der "Edition Phantasia" erschienen ist, verrät Joachim Körber selbst:

 

creepy creatures reviews: wie sind Sie auf das Buch gekommen, wer hat es Ihnen empfohlen oder waren es eigene Recherchen?

 

Joachim Körber: "The Face in the Frost" ist einer jener Fantasy-Klassiker, auf die man zwangsläufig stößt, wenn man sich mit dem Genre beschäftigt - Autoren wie Michael Moorcock oder Ursula K. Le Guin, die ich sehr schätze, sind des Lobes voll darüber. Ich habe das Buch schon vor Jahrzehnten auf Englisch gelesen, aber zunächst nicht an eine deutsche Ausgabe gedacht.

 

creepy creatures reviews: Was fasziniert Sie selbst so an dem Werk?

 

Joachim Körber: Mich persönlich fasziniert, dass das Buch eine unterhaltsame und auch recht witzige Story mehr oder weniger für alle Altersgruppen darstellt - und das Jahrzehnte, bevor der Begriff "All Age Fantasy" geprägt wurde. In den USA wird es ja oft in einem Atemzug mit dem "Herrn der Ring". Le Guins "Erdsee"-Zyklus und anderen eminenten Klassikern genannt. Ob ich so weit gehen würde, weiß ich nicht, aber ein lesenswerter Roman ist es allemal und zumindest im englischen Sprachraum sicher zurecht ein Klassiker.

 

creepy creatures reviews: Wie sind Sie auf Alexander Uhde als Illustrator gekommen?

 

Joachim Körber: Um ehrlich zu sein, ist Alexander Uhde auf uns gekommen - er hat bei uns angefragt und hatte das gesamte künstlerische Konzept schon fertig - Illustrationen, Zierinitialen, Buchschmuck, einfach alles. Er hat wohl jahrelang versucht, einen großen Verlag für das Projekt zu begeistern und sich nur Absagen eingehandelt - zu unkommerziell, zu teuer in der Herstellung, usw. Ich glaube, die Edition Phantasia war sein letzter, verzweifelter Versuch, doch noch eine deutsche Ausgabe hinzubekommen. Er konnte kaum fassen, als wir "ja" gesagt haben, und er war vom fertigen Ergebnis auch recht angetan.

 

creepy creatures reviews: was brachte Sie auf die Idee, eine solche Prachtausgabe des Buches zu machen?

 

Joachim Körber: Die Ausgabe ist uns quasi in die Hände gefallen, denn wir haben das Buch mit dem gesamten Buchschmuck und den Illustrationen praktisch "frei Haus" geliefert bekommen.

 

Vielen Dank für Ihre Zeit, Joachim Körber!

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