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Voodoo Press startet letzten Versuch: Patreon

Nur wenige Tage ist es her, dass Voodoo Press das eigene Aus verkündet hat - zu gering waren zuletzt die Buchverkäufe.

Doch für Michael Preissl, der den Verlag weitestgehend alleine führt und Unterstützung hauptsächlich durch seine Familie erfährt, war das Loslassen seines Verlags nach zehn Jahren wohl doch schwieriger als gedacht. Und nur kurz nach der Ankündigung, der Verlag würde schließen, steigen die Verkäufe plötzlich sprunghaft in die Höhe.

"Die letzten drei Tage waren irren an Buchverkäufen, wenn das immer so gewesen wäre ...."

Nicht jede getroffene Entscheidung fühlt sich auch richtig an. Und manchmal kann man sich von einem Lebenswerk, wie es Voodoo Press für Gründer und Geschäftsführer Michael Preissl eben doch nicht so einfach trennen.

Vielleicht hat auch das den Österreicher dazu bewegt, doch noch einen letzten Rettungsversuch zu starten. Patreon soll helfen, monatlich 400,-$ an Spenden zu sammeln um den Verlag weiter am Leben zu halten.

Wie bei Patreon und anderen Crowfundingdiensten üblich, kann man den Spendenbetrag frei wählen. Man kann aber - und auch das ist der große Anreiz - auch für bestimmte Summen bestimmte "Goodies" verteilen. Im Fall von Voodoo Press bekommt man schon für drei Dollar monatlich exklusive Updates zu Projekten und kann den Autoren Fragen stellen. Für fünf Scheine wird man in den Büchern als Unterstützer genannt. Ein toller Anreiz gerade für Fans, was durch den höchsten mit Goodies versehen Betrag noch gesteigert wird: für 20,-$ monatliche Zuwendung bekommt der Unterstützer handsignierte Ausgaben der Bücher. Zudem kommen alle Goodies der anderen Staffelbeiträge hinzu (also Projektupdates, Nennung in der Danksagung etc.)

Der Betrag, den Voodoo Press erreichen will um weiter zu machen wird mit bescheidenen 400,-$ beziffert. Das ist nicht viel um einen Verlag am Laufen zu halten, aber nach Preissls Angaben realistisch.

Das wirklich Beachtliche ist aber, dass es keine zwei Stunden gedauert hat, bis das monatliche Spendenaufkommen schon bei über 100,-$ war. Michael Preissl freut das: "Ich bin echt überrascht, dass wir in dieser doch kurzen Zeit schon 1/4 von Ziel 1 erreicht haben."

Und wenn das erreicht ist, so Preissl, gäbe es noch ein zweites zu erreichendes Ziel, dass bei 600,-$ liegen wird. Aber man ist in Malta auch so glücklick, wenn die 400,-$ erreicht werden würden: "ich hab das absichtlich nicht zu hoch angesetzt, sodass es auch ein Ziel ist, das wir erreichen können und das uns auch wirklich hilft", so Michael Preissl.

Der erste Schritt ist aber gemacht. Und auch wenn erfahrungsgemäß in den ersten Stunden schon die größte Summe aufgebracht wird, können auch nach Tagen, Wochen oder Monaten noch Beträge dazu kommen. In der Summe zählt jeder Euro - auch wenn der Spruch überstrapaziert klingen mag.

Jetzt haben es die Fans und Leser selbst in der Hand. Wenn das Interesse große genug ist, werden weiter Bücher von Bentley Little oder Ronald Malfi verlegt. Wenn nicht - und das mag man als gnadenlos oder als natürliche Selektion betrachten - scheitert der Verlag.

Doch noch während dieser Artikel geschrieben wurde, stiegen Voodoo Press' monatliche Zuwendungen um 11 $ auf 115$ an. Die Chancen, dass der Verlag weiter besteht, steigen also.

https://www.patreon.com/voodoopress/

 

 

 


(Hinweis: ich bekomme vom Verlag kein Geld oder andere Gegenleistungen für diesen Artikel und auch nicht für das Posten des Links. Geschrieben habe ich den Artikel, weil Crowdfunding für mich tatsächlich ein zukunftsfähiges Finanzierungsmodell sein könnte)

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