· 

Alexey Pehov - "Dunkeljäger"

der russische Schriftsteller Alexey Pehov gehört zu den erfolgreichsten Genrevertretern seines Landes. Mit seinen „Siala“ Chroniken erreichte er beachtliche Reichweite. „Dunkeljäger“ ist ein Einzelwerk, was bei der Flut an Trilogien in der Fantasy fast wie eine große Neuerung wirkt. Wäre das Buch keine Empfehlung des begeistert von dem Werk erzählenden Lucian Caligo gewesen, hätte ich es mir schon wegen des Covers, das für mich einfach zu klischeehaft ist, nicht gekauft.

Gott sei Dank habe ich mich von einem erfahrenen Fantasy-Leser und Schriftsteller - beides darf man über Lucian Caligo sagen - beraten lassen. „Dunkeljäger“ ist seit langem mal wieder ein High-Fantasy Buch, dass ich bis zum Ende gelesen habe, und das mir nicht langweilig wurde.

Hauptperson ist der Elf Lass, der aus dem Refugium seines Volkes fliehen muss, da er sich weigert seine Leute in den sicheren Tod zu führen. Er flüchtet sich auf eine multikulturell bevölkerte Inselgruppe, auf der Gnome, Orks, der ein oder andere Werwolf, Halblinke und vor allem keine anderen Elfen leben. Als erfahrener Pilot bekommt er bald einen Job als Kurierflieger, den er sich ausgerechnet mit einem Ort, der Rasse, mit dem sein Volk zu Hause im Krieg steht, teilt.Doch er muss nicht nur seine Flugkünste unter Beweis stellen sondern auch aufpassen, von den Patrouillen der Elfen nicht gefunden zu werden, die ihm immer noch auf den Fersen sind.

 

Eine Welt voller Magie, in der Biologie Magie und Technologie verschmelzen, in der mit Feuerbienen anstelle von Kugeln geschossen wird, und in der Schiffsmotoren von Dämonen aus der Kehrseite, einer dunklen Parallel- oder Unterwelt betrieben werden. Auch wenn russische Autoren wie bspw. Sergej Lukianenko dazu tendieren es mit der Vielfalt und dem Ideenreichtum etwas zu übertreiben, schafft Pehov eine spannende Welt, die zwar schier überbordet an Wesen, aber irgendwie doch den Bogen schafft, nicht zu abgehoben zu sein. Vielleicht könnte man ihm vorwerfen zu viele „Baustellen“ zu beginnen. Am Anfang geht es um die Flucht aus dem „großen Wald“, dann um das Behaupten in einer anderen Welt, um Rivalitäten zwischen Fliegern, kurz mal um rassistische Ressentiments zwischen Elfen und Orks, dann wiederum um die Jagd nach ihm und dann wieder um einen geheimnisvollen Kapitän, der nach einem magischen Artefakt sucht. Hätte Alexey Pehov sich auf weniger beschränkt, wäre das Buch vielleicht zielführender geworden, wohl aber auch weniger abwechslungsreich und spannend.

Doch durch Verzicht auf schmachtende Liebesromanzen und allzu witzig wirkenden Figuren hat der Autor einen erwachsenen Fantasy-Roman geschrieben, der auch für Nicht-Fantasy Fans durchaus seine Reize hat. Trotz der immer wieder auftretenden gefährlichen Situationen ist da Buch nicht übermäßig blutig oder düster. Es geht um Macht und Magie, um Freundschaft und darum, seinen eigenen Überzeugungen zu folgen und sich nicht beirren zu lassen.

Das Ende kommt etwas abrupt, passt sich aber in das Buch gut ein. Überhaupt lassen sich die 432 Seiten gut durchschmökern und der Autor schafft es Längen zu vermeiden.

Gelungene Fantasy mit eigenen Ideen und hohem Unterhaltungswert.


Das Buch auf Amazon
Alexey Pehov - "Dunkeljäger"
Piper

432 Seiten
16,99

Kommentar schreiben

Kommentare: 0