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Der Blogger und das Recht

Der Rückschlag, den der nun nicht stattfindende Film über J.R.R. Tolkien - und die Drohungen, die der Tolkien-Trust mir mitteilen ließen habe mich entsetzt und traurig gemacht, aber auch einige Fragenzeichen aufgeworfen. Ohnehin bewegt man sich als Blogger auf dünnem (rechtlichen) Eis. Die Rechtsprechung wurde - ob nun gefühlt oder tatsächlich - immer restriktiver und die teils diffuse Angst der Politik gepaart mit Unwissen und Unverständnis einige der doch älteren Volksvertreter aber auch der Versuch, nötige Regeln besser durchsetzen können, führte zu einer unter Bloggern grasierender Verunsicherung. Was darf ich eigentlich noch zeigen, filmen, fotografieren? Wann muss ich einen Post oder einen YouTube Film als Werbung kennzeichnen? Wie lange ist eigentlich ein Zitat und wann wird etwas zum Auszug? Und ganz grundsätzlich: wie schütze ich mich als Blogger vor Klagen? An wen kann ich mich mit der Bitte um Hilfe wenden wenn mir rechtliche Schritte angedroht werden?

Genau diese Fragen versuche ich mit Hilfe von Experten zu klären. Zwie Kanzleien in Düsseldorf haben mit ihre Unterstützung zugesagt und ich werde mich mit einem ziemlich umfangreichen Fragenkatalog auf den Weg machen um Klarheit in einigen der oben gestellten Fragen zu bringen. Kein einfaches Unterfangen und es wird nicht gelingen, den ultimativen juristischen Reiseführer durch die Galaxis der Blogger zu schaffen. Aber einige der wichtigen Fragen hoffe ich doch beantworten zu können.

Eigentlich wollte ich auch eure Fragen mit zu den Terminen nehmen. Aber mir wurde klar, dass schon alleine meine Fragen die Zeit der Rechtsanwälte stark beanspruchen würde. Und da die sich bereit erklärt haben ohne Bezahlung ihr Wissen mit mir zu teilen, möchte ich die Fragestunde nicht allzusehr ausufern lassen.

Im ersten Interview wird es um Urheberrechtsfragen gehen, um die Bedeutung des Begriffs Gemeinfreiheit, Zitatrecht und die berühmten Werbekennzeichnungen, die mittlerweile auch dort glauben angewendet werden zu müssen, wo der gesunde Menschenverstand sie als letztes vermuten würde. Aber es werden auch ein paar Grundsätzlichkeiten geklärt wie etwa Präventivmöglichkeiten zur Klagevermeidung aber auch das, was möglicherweise an Kosten auf einen zukommt, wenn es wirklich einmal zum worst case kommen sollte. Ich bin sehr gespannt auf die Eindrücke und auf das Wissen des Rechtsanwalts. Wer das ist, das erfahrt ihr im fertigen Film. Wann der übrigens fertig sein wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich werde mir damit aber mehr Zeit lassen als mit anderen Filmen und denke nicht, noch vor der Buchmesse damit fertig zu werden.

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