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Urheberrechtsanwalt Jean Paul Bohne im Interview

 

Hinter den Kulissen der oftmals bunten YouTube Welt gärt es nicht selten. Was viele Blogger, Vloger und BookTuber umtreibt ist die Angst davor irgendetwas falsch zu machen und juristisch verfolgt zu werden. Angst vor Abmahnanwälten, hohen Geldforderungen, um die Sperrung des Accounts oder Forderungen anderer Art - der Internet-Dschungel ist nicht nur dank der oftmals zur Schau gestellten Ratlosigkeit und Unkenntnis der politischen Akteure sowie deren Desinteresse und Phantasielosigkeit immer wilder geworden. Er besteht aus Grauzonen, gefährlichen Sümpfen und dem ein oder anderen Raubtier. Für den Laien ist der Durchblick fast unmöglich; selbst viele Experten wissen nicht mehr so ganz genau, was nun eigentlich strafbar, abmahnfähig oder völlig ok ist. Das Resultat sind verunsicherte Blogger, die alles als Werbung kennzeichnen um nichts falsch zu machen und mit jedem Hochhalten eines Buchcovers, einer DVD oder dem Zeigen von Filmausschnitten oder Autorenfotos unterschwellig Angst davor haben verklagt zu werden. Der Düsseldorfer Urheberrechtsanwalt Jean Paul Bohnem versucht in diesem Film etwas Licht ins Dunkel zu bringen:

Wer das Video gesehen hat, der wird sich wohl erstmal nicht erleichtert fühlen. Denn in der Tat wirkt es so, als wären die Blogger schärfer unter Beobachtung als jedes andere Wesen, dass sich im Internet tummelt. Fast nichts ist wirklich sicher. Aber Rechtsanwalt Bohne macht auch ein bisschen Mut: "Wo kein Richter, da kein Henker", sagt er.

Für Buchblogger gilt zumindest ein bisschen Entwarnung: die meisten Verlage erlauben es Cover zu zeigen, das Buch abzufilmen und den Klappentext zu zitieren. Ebenso ist bei den großen Publikumsverlagen das Abbilden der Autorenfotos - unter Angabe des Copyright! - erlaubt. Wer aber ganz sicher gehen will, ob er Cover, Foto und Ansichten des Buches zeigen darf, der sollte beim Verlag fragen.

Ich habe es in der Vergangenheit oftmals so gemacht, dass ich Autoren direkt angeschrieben habe und sie gefragt habe ob ich eines der öffentlich sichtbaren Facebook Fotos für das Video nutzen dürfe. Die sind nämlich meist entweder selbst gemacht worden oder aber von Familienmitgliedern, die keinerlei Ambitionen haben irgendwen deswegen zu verklagen.

Anders sieht es bei professionellen Fotografen aus. Diese sind auf Einnahmen durch ihre Fotos angewiesen und es gibt nicht wenige, die - aus Sicht des Bloggers - gnadenlos Bezahlung fordern wenn das Foto in einem Video oder einem Artikel gezeigt wird. Wie Rechtanwalt Bohne im Video sagt, ist sogar der Fotograf eines einfachen Passbildes nach wie vor der Rechteinhaber des eigenen Passbildes!

Leider ist also der beste Tipp, den man geben kann folgender: immer nachfragen und immer eine Erlaubnis einholen, die vor allem schriftlich bestätigen lassen.

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